Jahresbericht Sozialkunde 2019/2020

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Nichts ist so beständig wie der Wandel.

Wer hätte jemals gedacht, dass soziale Distanz zur Voraussetzung für soziales Denken wird, oder wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel ausdrückt, „Abstand gleichzusetzen ist mit Fürsorge“. Zum Zeitpunkt dieses „Jahresrückblickes“ ist die „Coronakrise“ in vollem Gange und sorgt für gesellschaftliche Verhältnisse, deren Folgen momentan weder auf gesellschaftspolitischer noch auf wirtschaftlicher Seite abzusehen sind. Die Epidemie macht sichtbar, wie verletzlich unser vernetztes soziales System ist.

Dass der Weg aus der Krise über das Gegenteil sozialer Vernetzung, der “sozialen Distanz“ führt, macht das Ganze paradox. Um die Globalisierung zu retten, braucht es Rückzug, Ruhe und Geduld.

„Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir vom Krisenmodus zurück in den Alltagsbetrieb kommen. (...) Jede Krisenzeit bietet letztendlich der Generation, die sie zu bewältigen hat, eine Chance, daraus Lehren zu ziehen und sich weiter zu entwickeln - sonst würde es die Menschheit heute nicht mehr geben“, so fasste es Regierungspräsident Axel Bartelt Ende März als Regierungspräsident der Oberpfalz zusammen.

Was wird das sein, was wir aus dieser Krise lernen werden? Vor allem wohl, dass es uns ohne Virus-Epidemie verdammt gut geht und wir im Gegensatz zu vielen anderen Ländern das große Glück haben, ein sehr gut ausgebautes Gesundheitssystem zu besitzen. Vielleicht werden wir uns auch daran erinnern, dass die wertvollsten Erlebnisse die waren, in denen wir ohne „Alltagsstress“ mit unseren Familien zusammen waren? „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, so hat Martin Buber es einmal beschrieben.

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Oder wird es wie so oft in Rückblicken eine Verklärung bzw. „Glättung“ der Vergangenheit geben und die Denkanstöße, die wir in dieser Zeit bekommen haben, schnell vergessen sein?

Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 konnte man Ähnliches beobachten: Einige Wochen lang haben alle gesagt: "Oh, alles, was wir wirtschaftlich für wahr gehalten haben, stimmt ja gar nicht!" Man hat grundsätzliche Fragen gestellt: Was ist Geld? Was sind eigentlich Schulden? Aber irgendwann hat man plötzlich entschieden: "Halt, wir lassen das jetzt wieder. Lasst uns so tun, als sei das alles nie passiert! Lasst uns alles wieder so machen wir vorher!"

David Graeber, ein Anthropologe an der London School of Economics stellte in diesem Zusammenhang fest, dass uns „die allergrößte Krise noch bevorsteht“, der Klimawandel. „Wir standen die ganze Zeit auf den Gleisen und ein Zug kam uns direkt entgegen. Und jetzt hat uns jemand brutal von diesen Gleisen gestoßen, das tut weh und ist schrecklich. Aber das Dümmste, was wir tun könnten, wenn wir wieder auf die Beine kommen: Uns wieder zurück auf die Gleise stellen, wo der Zug auf uns zurast!“

Auch wenn der wirtschaftliche Einbruch jetzt wahrscheinlich zu einer kurzfristigen Annäherung an die Klimaziele führt, bleibt Fakt, dass der Klimawandel weiter seinen Lauf nimmt. Eine Krise macht die andere nicht weg oder kleiner. Wirtschaftliche Einbrüche ersetzen niemals eine vernünftige Klimaschutzstrategie.

Das Ausmaß der finanziellen Auswirkungen der „Coronakrise“ auf die Stabilität des gesamten europäischen Finanzsystems lässt sich noch gar nicht absehen.

Von der aktuellen Krise in den Hintergrund gedrängt worden ist das Thema Migration, ein bis heute kaum gelöstes „Megathema“ der Europäischen Gemeinschaft. Man kann nur hoffen, dass die überwiegend jüngeren Flüchtlinge die schwerwiegenden medizinischen Folgen dieser Pandemie nicht noch zusätzlich zu ihrer eh schon desolaten Lebenssituation schultern müssen.

Zur Bewältigung all dieser Krisen bedarf es eines breiten gesellschaftlichen Konsenses. In einer freiheitlichen Gesellschaft ist selbstverständlich niemand zum Mitmachen gezwungen. Ohne Mitmacher allerdings verschwindet die freiheitliche Gesellschaft irgendwann. Offenbar haben viele, auch im Mikrokosmos Schule verlernt, was eine Debatte ist und wie sie funktioniert: Menschen oder Gruppen mit verschiedenen Meinungen tauschen sich aus, um eine gemeinsame Lösung zu finden, meist in Form eines Kompromisses. Das Schweigen der moderaten Mehrheit erschwert dies allerdings. Auch Gleichgültigkeit gefährdet demokratische Strukturen.

Wir müssen deshalb mehr Demokratie wagen, bereit sein für einen gesellschaftlichen bzw. schulischen Diskurs wie wir uns unsere Zukunft vorstellen. Für viele Systeme gilt, dass eine Kultur, in der ein Mann an der Spitze von Untergebenen ständig Loyalitätsbeweise erwartet, statt zum Widerspruch zu ermuntern, die Probleme eher noch verstärkt.

Schüler, aber auch Lehrkräfte sollen sich also „einmischen“ in den gesellschaftlichen und schulischen Prozess des „Miteinanders“. Lehrer sollen erziehen zum Nachdenken über die eigenen Angelegenheiten, zum Mut des Widerspruchs. „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ fordert alle Mitglieder der Schulgemeinschaft auf, Mut zu zeigen die eigenen Anschauungen zu vertreten. Mit ein paar kleineren Veranstaltungen versuchte der Fachbereich Sozialkunde, hier Anregungen zu geben und idealerweise politisches Interesse bzw. Engagement anzustoßen.

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Im Herbst 2019 hatte die Klasse WBA 11 im Rahmen des Projekts „Lernort Staatsregierung“ die Möglichkeit, das Bayerische Heimatministerium zu besichtigen (siehe Extrabericht). Dabei hatten wir die Gelegenheit, mit Finanzminister Albert Füracker zu sprechen.

Am 04. März besuchte die „DGB Jugend“ im Rahmen ihrer bayernweiten Berufsschultour die Berufsschule Neumarkt. Dabei nutzten einige Klassen die Möglichkeit, einen Vertreter der Gewerkschaftsjugend in eine Sozialkundestunde einzuladen, der dann zu gewerkschaftlichen Themengebieten wie z.B. arbeits- und tarifrechtliche Fragen, Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften ... referierte.

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"In den USA können Google und Facebook das Wahlergebnis um 10% in eine Richtung verschieben!", mit diesem Zitat von Robert Epstein beschrieb Michael G. Möhnle bei seinem Vortrag mit dem Thema: „Die digitale Revolution: Leben, lernen und arbeiten in einer digitalen Welt“ die sozialkundliche bzw. gesellschaftliche Relevanz des Themas Digitalisierung.

Herr Möhnle war mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung nach Neumarkt zum „Digital Day“ gekommen um den Schülern der verschiedenen Fachklassen die technische und gesellschaftliche Relevanz des Jahrhundertthemas „Digitalisierung“ näher zu bringen (siehe Extrabericht).

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Dass das Thema Digitalisierung nur einen Monat später im Brennpunkt pädagogischen Handelns stehen sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Die Schließung der bayerischen Schulen ab dem 16. März hatte zur Folge, dass vom einem auf den anderen Tag der gewohnte analoge Schullalltag zum Stillstand kam und von digitalen Methoden ersetzt werden musste. Sicher kann digitalisierter Unterricht den Präsenzunterricht nicht ersetzen, in den jetzigen Zeiten ist er aber ein ad­äquates Mittel größere Defizite zu vermeiden.

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Am 11. Oktober besuchte uns Herr Thomas Lukow auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung zu zwei Vorträgen über das Mauersystem zwischen Deutschland und Berlin (siehe Extrabericht). Was manche Erwachsene noch selbst miterlebt haben, ist für Jugendliche Geschichte von gestern: die Teilung Deutschlands und das Nebeneinander zweier komplett unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Systeme während des Kalten Krieges. Vor allem über die DDR wissen Jugendliche nur wenig. Umso wichtiger ist es, Zeitzeugen zu finden, die ihre Erfahrungen mit dem System der DDR auch in Zukunft in vergleichbaren Veranstaltungen weitergeben können.

Zum Schluss möchte ich mich wieder besonders bedanken bei der Religionsabteilung für ihr „soziales Engagement“ bei der Unterstützung des Kinderhospizes in Bad Grönenbach/Allgäu und für die sensible Begleitung bei Todesfällen an unserer Schule.

Trappe, StD

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Jahresbericht Sozialkunde 2018/2019

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„Sozialkunde braucht kein Mensch“

Diese weitverbreitete Einschätzung junger Berufsschüler hält einer näheren Betrachtung in der Regel nicht stand. Erst recht nicht, wenn man den Arbeits- und Lebensalltag Erwerbstätiger in Deutschland betrachtet.

Das deutsche Grundgesetz ist dabei die „sozialkundliche“ Grundordnung des Zusammenlebens in Deutschland und umso bedeutsamer, als in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft wie der deutschen, immer weniger Menschen kulturelle Wurzeln und Traditionen teilen.

Dass das, in diesem Jahr den 70. Geburtstag feiernde, deutsche Grundgesetz lebt, und immer wieder die aktuelle gesellschaftliche bzw. schulische Diskussion belebt, lässt sich an einigen Beispielen aus dem politischen Geschehen dieses Schuljahres belegen:

 

Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Die Kündigung eines Chefarztes durch ein katholisches Krankenhaus wegen seiner Scheidung und Wiederheirat ist unwirksam. Der katholische Arzt sei gegenüber seinen nichtkatholischen Kollegen unzulässig benachteiligt worden, so entschied das Bundesarbeitsgericht im Februar 2019 in Erfurt. Homosexuell, geschieden, nicht getauft – es gibt vieles, was der Kirche als Arbeitgeber nicht passt. Seit diesem Jahr muss auch sie sich auch an geltendes Arbeitsrecht halten.

Künftig werden also die vom Grundgesetz garantierten Rechte für Homosexuelle, Frauen, Unverheiratete und Geschiedene auch für Angestellte in kirchlichen Schulen, Krankenhäusern und Diakonien gelten „… und das ist gut so“.

Grundgesetz Artikel 15 : „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“

Dieser Artikel beschreibt die Möglichkeit Grund und Boden in Gemeineigentum zu überführen. Eine Möglichkeit, die bisher kaum zur Anwendung kam, eher der sozialistischen DDR zugeordnet wurde, und doch – einmal aktiviert – eine große Sprengkraft entfaltet. In der momentanen gesellschaftlichen Diskussion ist die Enteignung von großen Wohnungskonzernen angesichts der Tatsache, dass sich immer weniger Menschen die steigenden Mieten in Großstädten leisten können.

Grundgesetz Art 140 in Verbindung mit Art.138 Weimarer Reichsverfassung von 1919:

„Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.“

Diese jährlichen Staatsleistungen des deutschen Steuerzahlers an die Kirchen, im Jahr 2018 ca. 540 Millionen EUR, die nichts mit der Kirchensteuer zu tun haben, hätten eigentlich schon seit 100 Jahren abgeschafft werden sollen, so forderte es die Weimarer Verfassung und anschließend das Grundgesetz. Die Zahlungen überweist der deutsche Staat der evangelischen und katholischen Kirche aus Steuermitteln, als Ausgleich für Enteignungen des kirchlichen Besitzes nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Dass Ansprüche bestehen, ist wenig umstritten. Was aber Kritik erregt, ist die Tatsache, dass die verfassungsgemäßen Staatsleistungen seit 100 Jahren nicht abgelöst wurden, obwohl das Grundgesetz seit 1949 den klaren Auftrag dazu erteilt.

Gleichzeitig wird im gesellschaftlichen Diskurs zunehmend eine deutlichere Trennung von Staat und Kirche gefordert. So kommen sogar aus der Kirche selbst Vorschläge, die Kirchensteuer durch Alternativen zum derzeitigen Kirchensteuermodell zu ersetzen. Damit hat sich der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke zu Wort gemeldet, der, verursacht durch den Finanzskandal in seiner Diözese mit einem Verlust von 47 Millionen EUR, einen massiven Vertrauensverlust in das Finanzgebaren der Kirche sieht.

Diese gesellschaftliche Aktualität von sozialkundlichen Inhalten spiegelt sich am beruflichen Schulzentrum Neumarkt in sozialkundlichen Projekten wieder, die den Schülern den Zugang zu politischen Inhalten erleichtern und die Wichtigkeit des Fachs Sozialkunde für das eigene Leben verdeutlichen sollten.

Eröffnet wurde das Jahr mit der „virtuellen“ Teilnahme an der Landtagswahl im Herbst 2018. Hier beteiligten wir uns an dem Projekt U18. Ziel dieses Projekts war es, die zukünftigen Erstwähler, also Minderjährige, daher der Name U18, auf echte Wahlen vorzubereiten, damit sie den eigenen politischen Willen formulieren und in eine konkrete Wahlentscheidung umsetzen können.

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Wie stellt man eigentlich die Stromversorgung eines ganzen Dorfes sicher? Und wie schafft man es gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu senken, den Flächenverbrauch zu vermindern und die Nahrungsmittelproduktion im Auge zu behalten? Und wie kann man dabei die unterschiedlichen Interessen in der Gesellschaft unter einen Hut bringen? Antworten auf diese Fragen konnten Schüler der Berufsschule in der Woche vom 12. bis zum 16. November durch das innovative Projekt „Energiespardorf Bayern“ des BUND Naturschutz finden. 

Das „Energiespardorf Bayern“ ist ein interaktives Modell einer durchschnittlichen bayerischen Gemeinde mit Wohnhäusern, Kleingewerbe und Landwirtschaft. Ebenso durchschnittlich ist der Energieverbrauch dieser Gemeinde. Bei dem Workshop mit dem Energiespardorf ging es nicht alleine um Energieaspekte, sondern auch um die Auswirkungen von Energienutzung auf Umwelt, Klima und Landschaftsbild.

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Am 18. Februar kam die DGB Jugend auf ihrer bayernweiten Berufsschultour zu uns an die Berufsschule. Dabei wurde die Möglichkeit genutzt, dass Vertreter der Gewerkschaft in Unterrichtsstunden kamen und zu gewerkschaftlichen Themengebieten (Arbeits- und tarifrechtliche Fragen, Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften ...) referierten.

Auf Einladung des Fachbereichs Sozialkunde besuchte uns am 25. Februar Herr Landrat a. D. Hans Schuierer und sein damaliger Mitstreiter gegen der Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf, Herr Wolfgang Nowak. (siehe Extrabericht) Begleitet wurden die beiden Herren von Frau Gertrud Heßlinger (zweite Bürgermeisterin der Stadt Neumarkt und damalige Aktivistin) und Herrn Johannes Wein aus Parsberg, der als Polizist die Aufgabe hatte, das Baugelände zu schützen.

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Vor mehreren Klassen aus verschiedenen Fachbereichen der Berufsschule Neumarkt wurden die Geschehnisse bei den Auseinandersetzungen um den Bau der WAA in den 1980er Jahren beleuchtet.

Am 27. Februar kam Herr Peter Bauch, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag, im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung zu zwei Vorträgen in das Berufliche Schulzentrum Neumarkt. 

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Er referierte zu dem Thema „DER BREXIT – QUO VADIS EUROPA“ vor insgesamt 150 Schülern. Zusammenfassend stellte er am Ende seines Vortrages fest, dass der Brexit letztlich der Wunsch nach Kontrolle sei - "... we want to have back control ..." - und damit der Schritt ist heraus aus Europa, hin zur Renationalisierung, eine bedenkliche Entwicklung, die sich auch in anderen Teilen Europas zeige.

Im März 2019 fand ein zweiwöchiges Projekt gegen Rassismus statt, das zu einem großen Teil von der Kollegin Dinauer organisiert und durchgeführt wurde (siehe Extrabericht). Dafür recht herzlichen Dank! Auch unseren Sponsoren herzlichen Dank für die Finanzierung dieses Projekts. So wurden wir auch unter anderem von der Bürgerstiftung Neumarkt unterstützt

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Die Vielfalt der Biographien und die Pluralisierung der Lebenswelten der Schüler ermöglicht es zu einem konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen Unterschieden in so einem Projekt anzuregen. Zugleich eigneten sich die alltäglichen Fragen und Konflikte, die sich in einer pluralistischen Schule zwangsläufig ergeben, für eine lebensweltnahe Gestaltung des projektbezogenen Unterrichts. In der Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Diversität sollten die Handlungs- und Urteilskompetenzen von Jugendlichen durch dieses Projekt gefördert werden.

Ein weiterer Aspekt des diesjährigen „Sozialkundejahrs“ waren die Europawahlen im Mai 2019. Wir beteiligten uns an dem Projekt Juniorwahl EUROPA 2109, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, politische Bildung an weiterführenden Schulen und das Erlernen von Demokratie zu ermöglichen.

Die Juniorwahl ist in ein Konzept, das auf zwei Säulen basiert: Die erste Säule umfasst die intensive unterrichtliche Vorbereitung der Wahl, die die Lehrkräfte selbst in ihren Klassen durchführen. Die zweite Säule und Höhepunkt des Projektes stellt die dann möglichst realistisch simulierte Europawahl dar.

In der Aula unserer Schule wurde für 4 Wochen die Ausstellung „TODESOPFER RECHTER GEWALT SEIT 1990 gezeigt. Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem auf Zeitungsartikeln. Sie dokumentiert das Bild, das sich die Gesellschaft von den Opfern rechter Gewalt gemacht hat: Manche Fälle führten zu öffentlicher Empörung oder waren Anlässe politischer Kontroversen; von vielen der Toten jedoch wurde nie ein Foto veröffentlicht, von manchen noch nicht einmal ihre Namen.

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Die Ausstellung erinnert an diese 183 Menschen und thematisiert zugleich die anhaltende Verdrängung rechter Gewalt.

Leider fanden in diesem und im letzten Schuljahr keine Fahrten nach Berlin oder zu Gedenkstätten statt, was sicher auch seine Ursache in schulinternen Erfassungsmodi ausfallenden Unterrichts hat. Dies bedauere ich umso mehr, als diese Fahrten sowohl politisch als auch pädagogisch von überragendem Wert waren und sind.

Der Sozialphilosoph Oskar Negt hat den pädagogischen Anspruch an Schulen in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen so formuliert: „Die Erfüllung von Bildungsnormen darf nicht das oberste Ziel der Schule sein, das Produzieren von Fachkräften nicht der alleinige Zweck. Wir brauchen junge Menschen, die nicht nur brav in der Spur laufen, sondern eigenständig denken und wieder zu träumen wagen.“

Einen kleinen Beitrag dazu versuchten die Sozialkundelehrer in diesem Jahr beizusteuern, dafür recht herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs.

Bedanken möchte ich mich auch bei der Religionsabteilung, den Schülern der Religions- und Ethikklassen und den Organisatorinnen des Weihnachtsbasars für ihr „soziales Engagement“ und für die großzügige finanzielle Unterstützung des einzigen bayerischen Kinderhospizes in Bad Grönenbach/Allgäu.

Einen ganz besonders wichtigen Beitrag leisteten in diesem Jahr wieder die Organisatoren der „Interkulturellen Woche“, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, Schüler aus „Flüchtlingsklassen“ mit Schülern aus „Nichtflüchtlingsklassen“ in Kontakt zu bringen um damit gegenseitige Vorurteile abzubauen. Vielen Dank!

Thomas Trappe, Sozialkundefachbetreuer

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Jahresbericht Sozialkunde 2017/2018

"Niemand hat das Recht nur zu gehorchen"

Sozialkunde ist ein Unterrichtsfach, in dem man, so definiert es die Enzyklopädie Wikipedia, „…die Gesellschaft, das politische System sowie die Wirtschafts- und Rechtsordnung der Bundesrepublik unter soziologischer, politikwissenschaftlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Perspektive beleuchtet“. Zudem werde das Ziel verfolgt, „ … zur politischen Bildung der Schüler beizutragen“.

Das ist ein Anspruch, der, wollte man nur alle wesentlichen Aspekte dieser Definition in der unterrichtlichen Umsetzung erfüllen, anderen Fächern keinen Raum mehr lässt. Die sozialkundliche Realität an der Berufsschule besteht aus einem einstündigen Fach pro Woche über drei Jahrgangsstufen.

Das, was man gemeinhin unter politischer Bildung versteht, ist Inhalt der 11. Jahrgangsstufe mit den fünf großen Themengebieten: Staatsziele und Staatsordnung, politischer Entscheidungsprozess, Repräsentation und Wahl, Politik und Partizipation und Deutschland in Europa.

Hier können aktuelle politische Themen kontrovers diskutiert werden. Hinter dieser „Diskussionskultur“ steht die Hoffnung, dass sich durch ein „Mehr an Debatte“ etwas herausbildet, das den einzelnen Schüler, aber auch den Lehrer in seinem politischen Bewusstsein fördert.

An Angeboten aus der Politik, gerade auch aus der Landespolitik, mangelt es dabei in letzter Zeit nicht. Jüngstes Beispiel einer Steilvorlage für den Politikunterricht ist der Beschluss des Bayerischen Kabinetts, in jeder Behörde im Eingangsbereich ein Kreuz aufhängen zu lassen. Übrigens ein Sachverhalt, der in Bayern in (fast) jedem Klassenzimmer (politische) Realität ist.

Das Spannungsfeld zwischen Politik/Landespolitik, Gesellschaft, Kirchen und Rechtsordnung lässt sich hier im Vorfeld kommender Landtagswahlen sehr gut verdeutlichen. Transparent wird dies u.a., wenn man die Position der Landesregierung der Position des Bundesverfassungsgerichts als „Hüter des Grundgesetzes“ gegenüberstellt.

So ist das Bundesverfassungsgericht in dem sog. „Kruzifixurteil“ von 1995, das das Aufhängen von Kreuzen in Klassenzimmern thematisierte, der Meinung, dass „ … das Kreuz nicht seines spezifischen Bezugs auf Glaubensinhalte des Christentums entkleidet und auf ein allgemeines Zeichen abendländischer Kulturtradition reduziert werden kann.“ 

Darüber hinaus hob das Gericht hervor, dass der Staat nicht nur eine „religiöse Neutralitätspflicht“ aus der Verfassung habe, er könne sich vielmehr nicht selbst als Staat auf Religionsfreiheit oder eine bestimmte Weltanschauung berufen (hier also die christliche), da ein Staat als solcher weder einer Religion angehören, noch Grundrechte für sich in Anspruch nehmen kann.

Der Karlsruher „Kruzifix-Spruch“ „ …war eine Leitentscheidung - der erste große Gerichtsentscheid über den Respekt gegenüber Anders- und Nichtgläubigen in einem Land, das multikulturell und multireligiös geworden ist.“, so Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 19.05.2015.

Aber vielleicht kann man es auch so sehen, wie es der Mathematikprofessor Paul Erdös tat, der gefragt wurde, wie er sich als Mensch mit jüdischem Glauben an einer sogenannten „katholischen Universität“ fühle. Er antwortete: „Von Katholizismus ist nicht viel zu spüren, es geht sehr mathematisch zu. In jedem Hörsaal hängt ein Pluszeichen“. 

Eine sicher humorvolle Sichtweise, die eine gewisse Gelassenheit verdeutlicht, die in der politischen Diskussion manchmal abhanden kommt und die trotzdem gleichzeitig einen Anstoß gibt, über die Sinnhaftigkeit von christlichen Symbolen in staatlichen Einrichtungen nachzudenken.

Festzuhalten bleibt aber in jedem Fall, dass die zunehmende Tendenz in gesellschaftlichen Gruppen und nicht nur auf politischer Ebene, juristische Vorgaben aus politischen Gründen oder aus einer „Mia san mia Mentalität“ zu ignorieren, die Gefahr der Polarisierung birgt und das demokratische „Miteinander“ gefährdet.

Ein recht herzliches Dankeschön an alle Kollegen und Schüler, die den Fachbereich Sozialkunde in diesem Schuljahr wieder unterstützten und dabei auch aktiv an sozialkundlichen Veranstaltungen teilnahmen. 

Ein besonderer Dank gilt hierbei auch den politischen Institutionen, die die folgenden Vorträge bzw. workshops ermöglichten:

 

  • Zeitzeugenberichte durch Thomas Lukow (Stasi Museum Berlin):

- „Das Mauersystem zwischen Deutschland und Berlin.“

- „Die MfS-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen und die operativ psychologische Bearbeitung.“

Hans Seidel Stiftung

  •  "Das andere Deutschland? - Leben und Alltag in der DDR"

- Vorträge und Zeitzeugengespräch

Deutsche Gesellschaft e. V.

  • Ausstellung mit dem Thema "Rechtsradikalismus in Bayern"

mit einem Vortrag Frau Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V, Nürnberg 

Friedrich-Ebert-Stiftung

  • Ausstellung und Vortrag „Menschen in Bewegung“

Formen und Ursachen von Migration

Friedrich Ebert Stiftung

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Im September 2017 fanden bei uns die Projekte „Juniorwahl“ und „U18“ zur Bundestagswahl statt. Dabei wurden Wahlvorgänge mit den Originalstimmzetteln des Wahlkreises 232 (zu dem Neumarkt gehört) simuliert und ausgewertet. Als realitätsnahe Projekte der politischen Bildung setzen sich diese Projekte dafür ein, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (symbolisch) wählen gehen und sich damit politisch sichtbar ausdrücken und direkt erfahren, wie Demokratie funktioniert.

Sehr positiv zu vermerken ist das Engagement der Schreinerklasse, die den Titel der Berufsschule, Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ernst genommen hat und sich aktiv für das Bleiberecht zweier afghanischer Mitschüler einsetzten.

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Der Appell an Juristen ihr Gewissen zu prüfen, wenn es um Abschiebungen in Länder geht, in denen die Sicherheitslage prekär oder ein faires Strafverfahren unwahrscheinlich ist, und auch festgeschriebene Gesetze stets zu hinterfragen, hat an Aktualität nichts verloren. "Niemand hat das Recht nur zu gehorchen", hat Hannah Arendt einmal treffend formuliert.

Im März 2018 wurde das Berufliche Schulzentrum von der DGB Jugend auf ihrer bayernweiten Berufsschultour besucht. In der Pausenhalle war ein Infostand aufgebaut, an dem die Schüler sich über arbeitsrechtliche Fragen informieren konnten. 

Im Frühjahr hatte die Klasse WIN 11 a im Rahmen des Projekts „Lernort Staatsregierung“ die Möglichkeit, das Bayerische Wirtschaftsministerium zu besichtigen (siehe Extrabericht). Dabei hatten wir die Gelegenheit, mit Gesundheitsministerin Melanie Hummel zu sprechen.

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Besonders bedanken möchte ich mich wieder bei der Religionsabteilung, den Schülern der Religionsklassen und den Organisatorinnen des Weihnachtsbasars für ihr „soziales Engagement“ und für die großzügige finanzielle Unterstützung des einzigen bayerischen Kinderhospizes in Bad Grönenbach/Allgäu.

Trappe, StD

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Jahresbericht Sozialkunde 2016/2017

„MAKE SOZIALKUNDE GREAT AGAIN“

„Wenn die Politik zur Gefahr für die Wirtschaft wird“. Diese Überschrift trug ein Artikel bei „Spiegel online“ zum Jahreswechsel 2016/17. „Die internationale Ordnung gerät ins Wanken, die westlichen Demokratien werden zunehmend instabil“. Stichworte dazu lassen sich aus dem letzten Jahr in großer Anzahl anführen: die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA, der Putschversuch in der Türkei und die anschließenden Reaktionen der Machthaber, das Austreten Großbritanniens aus der EU, die sogenannte Flüchtlingskrise (für wen ist es eigentlich eine Krise?) …

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Politik grundsätzlich der Wirtschaft zu dienen hat oder ob sich die Wirtschaft der Politik unterzuordnen hat. Ein interessantes Spannungsfeld, das sich auch im Sozialkundeunterricht der Berufsschule stellt, wenn es um Themen wie Arbeitsschutzgesetze, Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland, Wirtschaftsordnungen und und … geht. Ein Spannungsfeld, das sich gerade im Sozialkundeunterricht „bearbeiten“ und „kontrovers diskutieren“ lässt.

Noch befindet sich die überwiegende Anzahl unserer Schüler mitten in der Ausbildung. Doch was kommt danach? Wie wollen die jungen Menschen, die die zukünftigen Gestalter der Gesellschaft sein werden, ihr Land organisieren, wie sehen sie das Verhältnis Politik und Wirtschaft? Wie wollen sie für die offene Gesellschaft innerhalb und außerhalb ihres Schulgeländes eintreten? Wie sollen sie lernen, mitzugestalten?

„Wenn ich nur darf, wenn ich soll,

aber nie kann, wenn ich will,

dann mag ich auch nicht,

wenn ich muss.

Wenn ich aber darf,

wenn ich will,

dann mag ich auch,

wenn ich soll

und dann kann ich auch,

wenn ich muss.

Denn die können sollen,

müssen auch wollen dürfen.“

Graffiti am U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz

Wahrlich ein „Spruch“, den man mehrmals lesen muss um ihn zu erfassen, der jeden, der mit Bildung, Erziehung und Betreuung befasst ist, zum Nachdenken bringen sollte. Sicher ist es so, dass Bildungs- und Erziehungsprozesse nie nur nach dem Lustprinzip funktionieren. Es wird immer so sein, dass man sich manche Dinge erst einmal aneignen muss, weil man sie für weitere Erkenntnisfortschritte einfach braucht und nicht darauf warten kann, bis man etwas für wissenswert hält. Das sollten wir im Zusammenhang mit der zunehmenden Forderung nach überwiegend selbstbestimmtem bzw. selbstorganisiertem Lernen nicht vergessen.

Aber es gilt eben auch: „Denn die können sollen, müssen auch wollen dürfen.“

Wir haben unser Ziel erreicht, wenn es uns neben der rein fachlichen Bildung gelingt, Schülerinnen und Schüler zum selbstbestimmten Lernen, zur natürlichen politischen Neugier zu befreien. Dazu kann und muss eine Schule Impulse setzen.

Schüler, aber auch Lehrkräfte sollen sich „einmischen“ in den gesellschaftlichen und schulischen Prozess des „Miteinanders“. „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ fordert alle Mitglieder der Schulgemeinschaft auf, Mut zu zeigen, sich um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern und die eigenen Anschauungen zu vertreten.

Mit ein paar kleineren Veranstaltungen versuchte der Fachbereich Sozialkunde, hier Anregungen zu geben und idealerweise politisches Interesse bzw. Engagement anzustoßen.

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So besuchte am 17. Oktober 2016 Frau

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Birgit Mair vom Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. (ISFBB) und Frau Haile aus Eritrea das Berufsschulzentrum Neumarkt im Rahmen des Projekts "Refugees welcome?!". (Siehe Extrabericht)

Vom 14. November an konnte man in der Aula der Berufsschule die Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht" besuchen. Sie sollte wissensbasiertes Verständnis für Flüchtlinge und ihre Situation vermitteln und das Bewusstsein über die Allgemeingültigkeit und die Unteilbarkeit von Menschenrechten stärken. Bei einer zufälligen Begegnung im Rahmen der Ausstellung erzählte mir ein junger Flüchtling aus Syrien, dass er „…zehn Stunden im Mittelmeer getrieben ist bis er gerettet wurde …“. Stellen Sie sich das einmal vor – zehn Stunden ohne Gewissheit, ob das der letzte Tag seines Lebens sei – und das mit 16 Jahren!

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Im Rahmen des Projektes "Lernort Staatsregierung" konnten die Industriekaufleute der WIN 11c und WIN 11b am 19. Januar 2017 in Begleitung von Herrn Krug und Herrn Trappe das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und die Bayerische Staatskanzlei besuchen. (Siehe Extrabericht)

BILD 52Am 06. März besuchte die DGB Jugend im Rahmen ihrer bayernweiten Berufsschultour die Berufsschule Neumarkt. Dabei wurde von einigen Klassen die Möglichkeit genutzt, einen Vertreter der Gewerkschaft in eine Sozialkundestunde einzuladen, der zu gewerkschaftlichen Themengebieten (Arbeits- und tarifrechtliche Fragen, Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften ...) referierte.

 

BILD 62Zum Schuljahresende planen wir mit der Unterstützung der Deutschen Gesellschaft e.V. ( Eingetragener Verein zur Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen in Europa) zwei weitere Veranstaltungen: So soll in einem Projekt der geringen Wahlbeteiligung und der Politikverdrossenheit unter den Erstwählern entgegengewirkt werden. Dazu sollen in einem interaktiven Workshop die Kenntnisse über das deutsche Wahlsystem und die bevorstehende Bundestagswahl verbessert werden. Zentrales Element des Projektes ist ein Austausch zwischen den Schülern und Politikern. In Form eines Speed-Datings sollen die jungen Erwachsenen die Politiker in Kleingruppen zu verschiedenen, für sie relevanten, Themen interviewen.

Das andere Projekt möchte mit den Jugendlichen das Leben im geteilten Deutschland interaktiv erörtern und mit dem anschließenden Zeitzeugengespräch eine Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellen, die in besonderem Maße vom Leben im geteilten Deutschland betroffen war.

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Herzlichen Dank allen Sozialkundekollegen für die wertvolle Arbeit während des Schuljahres. Als Sozialkundefachbetreuer denke ich dabei auch an die im wahrsten Sinne des Wortes „ungezählten“ zusätzlichen Stunden, die viele Kollegen bei Berlinfahrten, Klassenfahrten und sonstigen sozialkundlichen und betrieblichen Fahrten unter erheblichen aufsichtsrechtlichen Risiken auf sich nehmen. Zeit, die zum großen Teil dem persönlichen Engagement geschuldet

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Besonders bedanken möchte ich mich wieder bei der Religionsabteilung für ihr „soziales Engagement“ bei der Unterstützung des Kinderhospizes in Bad Grönenbach/Allgäu und für die sensible Begleitung bei tragischen Todesfällen an unserer Schule.

Sehr positiv ist die Gewissheit, von der Schulleitung in allen sozialkundlichen Angelegenheiten unterstützt zu werden.

Trappe, StD

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Jahresbericht Sozialkunde 2015/2016

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem selbst ein Schaf sein.“

Dieser Satz hat sehr viel mit unserem sozialkundlichen Auftrag in der Berufsschule zu tun. Es geht nicht darum, angepasste Staatsbürger zu erziehen, deren Ziel es ist, möglichst tadellos und unauffällig durch ihr politisches Leben zu kommen. Vielmehr muss das Ziel sein, Schüler zu selbständig und kritisch denkenden Menschen in Beruf und Gesellschaft zu erziehen, die bereit sind ihre demokratischen Überzeugungen im Alltag aktiv zu vertreten.

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Also muss diese „Kritikkompetenz“ auch geübt werden. Dass das im Alltag für die jeweiligen Lehrkräfte/Vorgesetzten herausfordernder ist als die Schüler/Mitarbeiter über autoritäre Führungsstrukturen zu disziplinieren, steht außer Zweifel. Der Geist, der an einer Schule herrscht, muss aber ein freier sein. Das gilt für das Lehrerkollegium gleichermaßen wie für den Umgang mit Schülern und unter Schülern.

Immer komplexer werdende gesellschaftliche Bedingungen erfordern ein schärferes Bewusstsein, eine höhere Sensibilität für antidemokratische Strömungen, die sich im Alltag und natürlich auch im Schulalltag in Neumarkt in zunehmenden Maße in rechtspopulistische Äußerungen bzw. abgrenzenden Bemerkungen dokumentieren.

Wir sollten die Chance nutzen, den einfachen Lösungen, die die sogenannte „rechte Mitte“ anbietet, Argumente entgegenzusetzen um dem Anspruch „Schule ohne Rassismus“ gerecht zu werden. Auch ein Unterlassen von „Gegenwehr“ führt zum Verlust von demokratischen Errungenschaften und persönlicher Selbstachtung.

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