„Wenn ich zurückhassen würde, hätte Hitler gewonnen“ (2)

Im Rahmen der „internationalen Wochen gegen Rassismus“ fand am 13.03.2019 eine Lesung des Buches „Jahrhundertzeugen: Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen“ durch den Journalisten und Buchautoren Tim Pröse statt. Ermöglicht wurde dieser Vortrag durch die Hans-Seidel-Stiftung, deren Aufgaben Helmut Christa zu Beginn kurz vorstellte. 

Tim Pröse gelang es eindrucksvoll, Geschichten von Verfolgten und anderen Helden, die sich unter Einsatz Ihres eigenen Lebens, dem NS-Regime entgegenstellten, zu erzählen. Für sein Werk sprach er unter anderem mit einem 19-jährigen Soldaten, der ein Selbstmordattentat auf Adolf Hitler verüben sollte; der Witwe von Oskar Schindler; dem Unternehmer Berthold Beitz, der zahlreiche Juden vor der Ermordung bewahrte; Inge Scholl, einer Schwester der Geschwister Scholl und dem Ausschwitzüberlebenden Jehuda Bacon.

Jehuda Bacon kam als 14-Jähriger in das Konzentrationslager Ausschwitz. Als „Birkenau Boy“ wurde sein Leben zwar verschont, um die von den Nazis propagierte Fassade einer „heilen Welt“ im KZ aufrechtzuerhalten. Die gesehenen Gräueltaten dokumentierte er in zahlreichen Zeichnungen und Grafiken. Von den Amerikanern befreit, emigrierte er nach dem 2. Weltkrieg nach Israel. Für die Nürnberger Prozesse kehrte er als Zeuge nach Deutschland zurück, wo ihm seine einstigen Peiniger die Hand zur Begrüßung reichten.

Auf die Frage, ob er denn Hass gegenüber diesen Menschen empfinde, antwortete Jehuda Bacon „Wenn ich zurückhassen würde, hätte Hitler gewonnen“.

Josef Pusl

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